Das kürzlich veröffentliche Buch Premka: White bird in a golden cage  von Pamela Sarah Dyson rechnet ab mit Yogi Bhajan. Die langjährige Anhängerin schildert, wie der selbsternannte Kundalini Guru sie, und viele andere Anhängerinnen der 3HO (Bhajan’s Multimillarden schweres Yogaunternehmen) sexuell Belästigte und manipulierte um mit ihnen Sex zu haben. Ein Aufschrei geht durch die Kundalini-Yoga Szene. Viele der Anhänger/innen von Yogi Bhajan’s Kundalinikult sind zurecht verwirrt und wissen nicht ob sie die Lehre vom Lehrer trennen können. Forscht man etwas tiefer über die Geschichte von Yogi Bhajan, oder Harbhajan Singh Puri, wie er vor seiner “Erleuchtung” hieß, stößt man sehr schnell auf interessante und höchst brisante Hintergründe. So kann man im Artikel “FromMaharajToMahanTantric” von Philip Roland Deslippe, dass Bhajan einst bei Dhirendra Brachmacari gelernt hat, sich aber dann von Ihm abgewandt hat, um seinen eigenen Stil zu erfinden. Er sollte diesen neuen Kundalini-Yoga-Stil dann, beginnend mit den 1960er Jahren, in den Westen bringen, von wo aus sich seine Lehren global verbreiteten. Bhajan war einer der ersten der anfing tausende Kundalini Yogalehrer auszubilden und das oft im Eiltempo und immer zu stolzen Preisen. Yogi Bhajan zählt wohl zu den Yogagurus die den Yoga am stärksten Verkauft und ausgebeutet haben. Karma sei Dank fliegt nun alles auf! Dass der alte unveränderte Yoga noch erhalten geblieben ist und jedem/r aufrecht Suchendem/r frei zugänglich ist, verdanken wir unter anderem Menschen wie Dhirendra Brachmacari’s letztem Schüler Reinhard Gammenthaler der mit seinem Werk “Kundalini-Yoga-Parampara” immerhin einiges des ihm überlieferte Wissens für die Nachwelt festgehalten hat.

Nun häufen sich die Meldungen von ehemaligen Bhajan Yogis und viele Berichten von ihren Erfahrungen in der “3HO Sekte”. So auch Katha Keli. In ihrem Artikel “Auf Wiedersehen, Yogi Bhajan: Kundalini Yoga abseits des Mainstreams” rechnet auch Sie mit dem Kult um den Guru ab und propagiert die Suche zurück zu den Wurzeln des Kundalini Yoga.

Auf Wiedersehen, Yogi Bhajan: Kundalini Yoga abseits des Mainstreams

Eine ebenfalls sehr aufschlussreiche und contentgeladene Fundgrube ist die Seite Wacko World of Yogi Bhajan.  In der Sektion “Crimes” liest man beispielsweise im Artikel “Bhajan Ordered Women Sterilized“:

Plaintiff alleges that a specific teaching of Siri Yogi held that women were inferior to men, and must be submissive to men. Plaintiff was specifically indoctrinated with these teachings of “female submissiveness.” Furthermore, Siri Yogi told plaintiff that her “personal, spiritual and psychological … problems were centered in her ovaries, and that they therefore must be cut… .”

Wer sich mit den überlieferten Schriften des Yoga auseinander setzt merkt sehr schnell, dass diese Lehren in keinster Weise mit wahrem Yoga zu tun haben können. Sie widersprechen Yama und Niyama – Dem Gelübde der Yogis auf so vielen Ebenen, dass man sich nur wundern kann, dass sich der Kult um Yogi Bhajan und seiner 3HO Organisation so lange halten konnte. Und auch jetzt halten noch viele der Anhänger am Glauben an ihren Guru fest und wollen es nicht wahrhaben, dass der immense Einfluss und die weitreichende Macht, die Yogi Bhajan sich angeeignet hat, ihn wohl übermannt hat und er sie für seine eigenen egoistischen und niederen Motive missbraucht hat.

Dass Bhajan auch vor arrangierten Ehen und diskriminierung von Homosexuellen nicht halt gemacht hat führt beispielsweise auch Gurumag.com in ihrem Artikel Master of Deceit: How Yogi Bhajan used Kundalini Yoga for money, sex and power auf:

He also arranged over 500 marriages and tampered with relationships, while shaming and ostracizing gay members. Bhajan groomed girls at a young age to be married off to his elite and wealthy friends.

Den immensen Schaden, den das Kundalini Yoga durch Bhajan’s Greueltaten erlitten hat, wird dem Begriff Kundalini wohl noch lange Zeit anhaften. Jetzt, wie immer schon, ist es Zeit, dass die Menschen zurückkehren zu mehr Selbstverantwortung und Selbstbestimmtheit. Wie ich von meinem lieben Freund und Lehrer Rainer Neyer gleich zu Beginn lernen durfte “Man ist sich selbst der Guru!”. So hätte er mir nie erlaubt ihn als Lehrer oder Meister oder gar Guru zu sehen, sondern bot mir sogleich seine Freundschaft an um keine falschen und gefährlichen Hierarchien zu etablieren. Umso mehr bringe ich ihm meinen Respekt und meine Bewunderung entgegen und tief in meinem Herzen wird er immer mein geliebter Guru und Lehrer sein, auch wenn das nie zur Sprache kommt. Er lehrt mich auf eigenen Beinen zu stehen, indem er mich nicht von sich abhängig macht, und steht mir stets aufrichtig zur Seite, sollte ich seinen Rat suchen. Möge die Welt, und vorallem die Welt des Yoga, voller Menschen wie ihm sein! Und möge nun eine Zeit kommen, in der der Yoga entkommerzialisiert und entinstrumentalisiert wird! Yoga darf kein Geschäft sein und muss den Menschen frei zugänglich gemacht werden! Aufwandsentschädigung und Energieausgleich Ja – Bereicherung mit Hilfe heilender Systeme auf Kosten der Hilfe suchenden NEIN!